RECHTSSPRECHUNGEN

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22.10.2019 / Arbeitsrecht

Der Mindestlohn steigt, die Arbeitszeit muss fallen

Minijob und Midijob und der Mindestlohn.

Bei den sogenannten Minijobs darf der durchschnittliche Verdienst EUR 450,00 nicht übersteigen. Folglich muss die Arbeitszeit bei Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohnes - seit 01.01.2019 EUR 9,19 pro Stunde - die Arbeitszeit herabgesetzt werden. Es müssen also etwaige vertragliche Vereinbarungen zur Arbeitszeit angepasst werden. Die weitere Erhöhung des Mindestlohnes ab 01.01.2020 auf EUR 9,35 ist sicher. Also, darauf achten, dass die monatliche Arbeitszeit auf 48,13 pro Monat zu senken ist. Bitte auch darauf achten, dass der Arbeitnehmer rentenversicherungspflichtig ist und zwar in Höhe von 3,6 %. Der Arbeitnehmer kann sich davon befreien lassen.

Sobald die monatliche Verdienstgrenze von EUR 450,00 überschritten wird, kann der oder die Arbeitnehmerin auch im sogenannten Midijob tätig werden. Ab 01.07.2019 liegt die Verdienstgrenze bei EUR 1.300,00 (früher EUR 850,00). Der Arbeitgeber zahlt die normalen Arbeitgeberbeiträge, aber die Beiträge des oder der Arbeitnehmers/in sind reduziert. Auch wird der Begriff Gleitzone durch "Übergangsbereich" ersetzt. Es ist davon auszugehen, dass durch die stete Erhöhung des Mindestlohnes mehr und mehr Arbeitnehmer in den sogenannten Übergangsbereich hineinwachsen, also zu Midijobbern werden. Für die Arbeitnehmer hat dies einen erheblichen Vorteil, es bleibt ihnen mehr netto vom brutto, auf der anderen Seite verbessern sich die Rentenansprüche und sie sind von einer zu hohen Beitragsbelastung geschützt.

Claudia Frank
Fachanwältin für Arbeits- und Steuerrecht
Präsidentin des VFB
Stellvertr. Vorsitzende des BAV e.V.

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