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13.07.2012 / Bau- und Architektenrecht

Haftung am Bau

Vorsicht vor gesundheitsgefährdenden Stoffen !

Dass Bauausführende beim Bauen im Altbestand sich mitunter erheblichen Gesundheitsgefahren aussetzen, ist bekannt.
Zu beachten ist, dass beim baubedingten Freisetzen gesundheitsgefährdender Stoffe auch ein erhebliches Haftungsrisiko auf den Bauunternehmer lauert.

Der Fall: Ein Bauunternehmer ist mit der Beseitigung eines Wasserschadens im Keller eines Mehrfamilienhauses beauftragt. Infolge von Unachtsamkeit des Bauunternehmers kommt es zu einem Freisetzen von im Keller verbauten Asbestfasern. Eine asbesthaltige Staubwolke setzt sich im Gebäude ab. Ein Eigentümer einer Wohnung nimmt den Bauunternehmer daraufhin wegen Gesundheitsverletzung auf Schadensersatz in Anspruch. Das den Fall entscheidende OLG Koblenz gibt der Klage des Eigentümers in vollem Umfang statt.

Eine Gesundheitsverletzung, so das OLG Koblenz unter Berufung auf Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, liegt nicht erst dann vor, wenn es tatsächlich zu einer Erkrankung gekommen ist, sondern bereits dann, wenn eine gewisse Wahrscheinlichkeit für das Eintreten von schwerwiegenden Erkrankungen besteht. Asbeststaub ist hierzu grundsätzlich geeignet.
Auch die psychische Belastung, die durch das Wissen ausgelöst wird, einer erheblich gesundheitsgefährdenden Kontamination ausgesetzt gewesen zu sein, rechtfertigt grundsätzlich bereits einen Anspruch auf Schmerzensgeld.

Beim Bauen im Altbestand ist daher nicht nur im Interesse der eigenen Gesundheit darauf zu achten, dass keine gesundheitsgefährdenden Stoffe freigesetzt werden.

(OLG Koblenz, 1 U 1380/10)

Für Rückfragen steht Ihnen Herr Rechtsanwalt Tegeler gern zur Verfügung.

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