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13.11.2010 / Medizinrecht

Übergangsfrist für ambulante Kodierrichtlinien

Ab dem 1.Januar 2011 gelten für niedergelassene Vertragsärzte und Psychotherapeuten die „Ambulanten Kodierrichtlinien“ (AKR. Die AKR sind bei der Abrechnung von ambulanten und belegärztlichen Leistungen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung anzuwenden.

Die Pflicht zur Verschlüsselung - auch nach ICD-Klassifikation - ergibt sich aus § 295 SGB V. Grund für die Einführung der AKR sind die bisher teilweise fehlerhaften und ungenauen Kodierungen mit den ICD-10-GM, die zu viele Interpretationsspielräume ließen. Die AKR verschaffen Klarheit, da durch zusätzliche Erläuterungen der ICD die Verschlüsselung erleichtert wird. Zudem werden durch die einheitliche Kodierung die Entwicklung des Behandlungsbedarfs und die Veränderung der Morbidität nachvollziehbar. Dies dient u.a. den Kassenärztlichen Vereinigungen zum Nachweis erhöhten Finanzbedarfs gegenüber den Krankenkassen.

Die AKR bestehen aus einem allgemeinen und speziellen Teil. Die Kodierung mit den AKR erfolgt weiterhin vierstellig. Die Anbieter von Praxissoftware sind verpflichtet, die Neuerungen in das bestehende System zu implementieren, ansonsten verlieren sie ihre Zertifizierung. In der Anfangsphase bedeutet die Umstellung für viele Praxen einen zusätzlichen Aufwand. Bereits das Lesen der AKR kostet Zeit (vgl. hierzu Homepage der KBV). Die eigene Kodierpraxis muss kontrolliert und ggf. angepasst werden. Aufgrund der sich hieraus ergebenden Probleme, die bereits in der Testphase auftraten, ist nun eine Übergangsfrist bis zum 30.06.2011 eingeführt. Danach wird die Nicht- bzw. Falschanwendung mit Sanktionen belegt (verstärkte Prüfungen, Honorarregresse etc.).

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Rechtsanwältin Katrin Döber
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