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24.02.2016 / Allgemein

Golfturniere nicht mehr steuerlich absetzbar!

Aufwendungen für die Veranstaltung von Golfturnieren sind auch dann nicht als Betriebsausgaben abziehbar, wenn das Turnier überwiegend einem Wohltätigkeitszweck dient. Dies hat der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 16.12.2015 entschieden (Az.: IV R 24/13). Bezwecke eine finanzielle Unterstützung der Ausrichtung von Golftunieren durch ein Unternehmen indes ausschließlich die Sicherung des Warenabsatzes, gelte kein Abzugsverbot, so der BFH (Urteil vom 14.10.2015, Az.: I R 74/13).

Der BFH vertritt die Auffassung, dass die Aufwendungen für die Durchführung von Golfturnieren einschließlich der Aufwendungen für die Bewirtung im Rahmen der Abendveranstaltungen nicht abziehbare Betriebsausgaben gemäß § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG sind.

Nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG dürfen Aufwendungen für Jagd oder Fischerei, für Segeljachten oder Motorjachten sowie für ähnliche Zwecke und für die hiermit zusammenhängenden Bewirtungen den Gewinn nicht mindern, soweit die damit verfolgten Zwecke nicht selbst Gegenstand einer mit Gewinnabsicht ausgeübten Betätigung des Steuerpflichtigen sind (§ 4 Abs. 5 Satz 2 EStG).

Das Abzugsverbot wurde geschaffen, weil der Gesetzgeber die genannten Ausgaben "ihrer Art nach als überflüssige und unangemessene Repräsentation" ansah und "im Interesse der Steuergerechtigkeit und des sozialen Friedens" den Aufwand "nicht länger durch den Abzug ... vom steuerpflichtigen Gewinn auf die Allgemeinheit abgewälzt" wissen wollte (Begründung zum Regierungsentwurf - BTDrucks III/1941, S. 3). Ungeachtet ihrer betrieblichen Veranlassung dürfen die Ausgaben danach bei der Ermittlung des Gewinns nicht abgezogen werden. Der BFH sieht nunmehr Golfturniere als überflüssige und unangemessene Repräsentation an. Dies gilt nur dann nicht, wenn die Veranstaltung, wie bei einer Brauerei, "ausschließlich der Sicherung des Warenabsatzes" diene.

Es ist bedauerlich, dass der BFH in seiner Urteilsbegründung nicht darlegt, warum ein Golfturnier anders als andere Sportveranstaltungen zu behandeln sei. Das Urteil ist geprägt von einem überkommenen und überholten Verständnis vom Golfsport als einer elitären Veranstaltung von wohlhabenden Snobs in karierten Hosen. In Anbetracht der Tatsache, dass die Bundesrepublik Deutschland bereit war, dem Ryder Cup (dem bedeutendsten Golfmannschaftsturnier der Welt) Steuerfreiheit zu gewähren, eine bedauerliche Fehlentscheidung.

Es bleibt abzuwarten, welche indirekte Unterstützung von Golfturnieren (z.B. durch Tee-Geschenke) noch als abzugsfähig anerkannt wird.

Für Fragen zu diesem Thema steht Ihnen Rechtsanwalt Dr. Probandt zur Verfügung.



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