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31.12.2008 / Medizinrecht

Neues Vergütungssystem für Kassenärzte ab 01.01.2009

Zu Beginn des neuen Jahres wird es ein völlig neues Vergütungssystem für Kassenärzte (Vertragsärzte) geben. Mit den Beschlüssen des Erweiterten Bewertungsausschusses zur Neuordnung der vertragsärztlichen Vergütung ab 01. Januar 2009 sind die Rahmenbedingungen der Honorarreform für Kassenärzte (Vertragsärzte) geregelt.

Grundlage für die Bewertung der Leistung bildet ab dem 01.01.2009 ein bundeseinheitlicher Orientierungspunktwert, der je nach Region erhöht bzw. abgesenkt werden kann. Die Höhe des regionalen Punktwertes muss jedes Jahr zwischen der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen neu vereinbart werden. Für die hausärztliche Versorgung soll es künftig sogenannte Versicherungspauschalen geben, in deren Rahmen die erbrachten Leistungen vergütet werden und zwar inklusive Betreuung-, Koordinations- und Dokumentationsleistungen. Auch für die fachärztliche Versorgung wird es künftig arztgruppenspezifische Grund- und Zusatzpauschalen geben, deren Grundpauschalen, die üblicher Weise von der Arztgruppe in jedem Behandlungsfall erbrachten Leistungen abdecken sollen. Die Zusatz-pauschalen selbst richten sich nach dem besonderen Leistungsaufwand, z. B. medizinisch erforderlichen Einzelleistungen.

Ab 2009 wird es erstmalig einen bundesweit einheitlichen Orientierungspunktwert geben, dessen Wert für 2009 auf EUR 3,5058 Cent festgelegt wurde. Jeder Arzt und jede Praxis erhält dann jedes Quartal ein sogenanntes Regelleistungsvolumen. Das arzt- und praxisbezogene Regelleistungsvolumina (RLV) wird dabei je Arzt berechnet, zugewiesen wird es aber praxisbezogen. Für die gesamte Praxis werden also die Regelleistungsvolumina aller Ärzte, die dort tätig sind, addiert.

Das individuelle Regelleistungsvolumen einer Arztpraxis ergibt sich aus der Multiplikation des KV-bezogenen arztgruppenspezifischen Fallwertes mit der Fallzahl des Arztes im jeweiligen Vorjahresquartal.

Ein besonderes Augenmerk ist auf die Möglichkeit des Ausgleichs überproportionaler Honorarverluste zu legen, der von der KV auf Antrag gewährt werden kann. Verringert sich nämlich das Honorar einer Arztpraxis um mehr als 15 % gegenüber dem Vorjahresquartal, können die Kassenärztlichen Vereinigungen im Einvernehmen mit den Landesverbänden der Krankenkassen und den Ersatzkassen gemeinsam und einheitlich befristete Ausgleichszahlungen an die Arztpraxis leisten. Auch die Praxisbesonderheiten bzw. ein besonderer Leistungsaufwand kann auf Antrag hin von der KV berücksichtigt werden.

Das arztindividuelle Regelleistungsvolumen sollte jedem Kassenarzt (Vertragsarzt) in Berlin von der KV zum 30.11.2008 mitgeteilt worden sein. Es orientiert sich für das I. Quartal 2009 an den Fallzahlen im I. Quartal 2008.
(Rechtsanwältin Krüger)

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