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25.02.2013 / Medizinrecht

Heimversorgung durch Apotheken

In Pflegeeinrichtungen ist es nach arzneimittelrechtlichen Vorschriften verboten, einen eigenen Arzneimittelvorrat anzulegen. Die Arzneimittelversorgung einer Pflegeeinrichtung erfolgt daher zumeist im Rahmen eines Heimversorgungsvertrags mit einer Apotheke.

Nach § 12 a des Gesetzes über das Apothekenwesen (ApoG) sind einige Voraussetzungen hierfür zu erfüllen. So ist in einem schriftlichen Vertrag insbesondere Art und Umfang der Versorgung, das Zutrittsrecht zum Heim, die Überprüfungspflichten der ordnungsgemäßen Aufbewahrung der gelieferten Produkte durch pharmazeutisches Personal der Apotheke sowie die Dokumentation dieser Versorgung zu regeln. Wichtig ist, dem Bewohner jederzeit die freie Wahl einer Apotheke zu gewährleisten. Der Vertrag muss von der zuständigen Behörde genehmigt werden.

Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen entschied am 24.01.2013 über die Genehmigungsfähigkeit eines Heimversorgungsvertrags mit einer Apotheke. Diese hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Entfernung zwischen der Apotheke und dem zu versorgenden Heim. Aufgrund der Bewohnerklientel ist eine schnelle medikamentöse Versorgung erforderlich. Im gesetzlichen Sinne gelten daher nur solche Apotheken als genehmigungsfähig, die nach Entfernung und Erreichbarkeit einen raschen Zugang zu Medikamenten und eine ausreichende Betreuung durch den Apotheker ermöglicht. Als angemessene Entfernung bestätigte das Gericht den Richtwert von nicht mehr als einer Stunde Fahrzeit.

Bei der Ausgestaltung von Heimversorgungsverträgen steht Ihnen Frau Rechtsanwältin Katrin Döber gern zur Verfügung.

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